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Lebenshilfe NRW fordert sofortige Schließung aller Werkstätten für Menschen mit Behinderung in NRW!

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17. Mär 2020

Die Lebenshilfe NRW fürchtet, dass Werkstätten zum Corona-Katalysator in der Eingliederungshilfe werden. Kostenträger missbrauchen aktuelle Situation zur Ausgabeneinsparung.

Hürth. Die Lebenshilfe NRW macht im Zusammenhang mit dem Corona-Virus nochmals auf die Situation in der Eingliederungshilfe aufmerksam. Mit großer Sorge nehmen wir den fortlaufenden Betrieb der Werkstätten war. Zwar hat Herr Minister Karl-Josef Laumann gestern den Betreuungsauftrag diese betont und erklärt man arbeite an einer Lösung. Wir fürchten aber, dass die Werkstätten für Menschen mit Behinderung (WfbM) zu einem Katalysator der Verbreitung des Virus in den Wohneinrichtungen und Familien wird. Die Menschen mit Behinderung, die bekanntlich zur Risikogruppe gehören, können die Hygienevorgaben trotz Aufklärung nur schwer einhalten. Sie suchen gerade in solchen Ausnahmesituationen den Kontakt zu betreuenden Mitarbeiter*innen und Kolleg*innen. Diese Menschen nehmen den Virus dann mit nach Hause und infizieren in den Familien Angehörige (oft ältere Eltern jenseits der 60 Jahre, wenn sie noch zuhause wohnen) oder Betreuungspersonal in den Wohneinrichtungen.

Dies ist für die Wohnstätten gefährlich! Die Lebenshilfe NRW hat die Sorge, dass dort zunehmen Personal erkrankt ausfällt. Die Personalsituation in den Häusern ist durch den Fachkräftemangel schon angespannt, wenn die Mitarbeiter*innen nun noch ausfallen, ist die Versorgungs- und Betreuungssituation nicht mehr gewährleistet. Auch ältere Bürger*innen sind gefährdet, denn viele erwachsenen Menschen mit Behinderung leben bei ihren Eltern. Diese Eltern sind über 70 Jahre alt und sehr gefährdet.

Hinzu kommt, dass viele Menschen mit Behinderung mit Fahrdiensten oder Taxen zur WfbM gefahren und abgeholt werden. Auch hier handelt es sich um eine hochriskante Situation. Auch Menschen mit Behinderung, die den öffentlichen Nahverkehr nutzen, um in die WfbM zu fahren, sind riskanten Situationen ausgesetzt.

Wir sehen den langfristigen Fortbestand der Eingliederungshilfe insbesondere in den Bereichen Frühförderung, Schulbegleitung und Familienunterstützende Dienste in Gefahr, weil Kostenträger diese Phase scheinbar als aktuelles Einsparprogramm nutzen bzw. die Träger in Unsicherheit belassen und mit laufenden Personalkosten alleine lassen. Dabei ist das Geld in den Haushaltsplänen der Träger bereits eingeplant. Wir befürchten eine Entlassungswelle im sozialen Sektor, dabei sind alle Träger auf Personal langfristig angewiesen. Wir erinnern hier nochmals an unseren Vorschlag zur Einrichtung eines gesonderten Fonds für die Eingliederungshilfe.

Nicht zuletzt appelliert Landesgeschäftsführerin Bärbel Brüning an alle Verantwortlichen des Gesundheitsbereichs, die Eingliederungshilfe in Bezug auf Schutzmaterialien genauso wie Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen unbedingt zu berücksichtigen. Bereits jetzt gibt es Engpässe auch in verschiedensten Wohnformen.

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